Parole e profumi di Toscana

Avere fame: eine italienische Art zu fühlen

Wer Italienisch in Italien lernen möchte, stößt sehr schnell auf eine kleine, aber faszinierende Besonderheit: Im Italienischen ist man nicht „hungrig“ – man hat Hunger: avere fame. Für viele unserer Schüler:innen an Parole e Profumi di Toscana, unserer Sprachschule für Italienisch in der Toskana, ist das am Anfang überraschend und oft auch ein bisschen lustig. Doch hinter dieser Formulierung steckt eine ganze Sichtweise auf das Leben. Im Italienischen ist der Hunger etwas, das man hat, nicht etwas, das man ist. Er wird als konkrete, körperliche Empfindung verstanden, die kommt und geht. Deshalb sagt man auch: • avere sonno – schläfrig sein (wörtlich: Schlaf haben) • avere freddo – frieren (Kälte haben) • avere sete – Durst haben Diese Ausdrücke zeigen, wie eng die italienische Sprache mit Körper und Sinnen verbunden ist. Das Leben ist etwas, das man spürt, schmeckt, berührt – genau diese Sinnlichkeit macht das Italienischlernen in der Toskana so besonders. Natürlich gibt es auch im Italienischen die Möglichkeit zu sagen essere affamato – „sehr hungrig sein“. Das klingt allerdings stärker, dramatischer, fast literarisch. Wenn jemand sagt sono affamato, meint er eher „Ich bin am Verhungern“ oder gebraucht den Ausdruck bildlich: 

  • Sono affamato di vita – Ich bin hungrig nach Leben. 
  • Sono affamato di amore – Ich bin hungrig nach Liebe. 
  • Sono affamato di conoscenza – Ich bin hungrig nach Wissen. 

Im Alltag genügt jedoch meist ein Lächeln und ein einfaches: Ho fame. Aus grammatischer Sicht ist avere fame ein schönes Beispiel dafür, wie im Italienischen Zustände über das Verb „avere“ und ein Substantiv ausgedrückt werden. Wenn du bei uns Italienisch für Ausländer in der Toskana lernst, begegnest du vielen ähnlichen Strukturen: 

  • Ho freddo – Mir ist kalt. 
  • Ho caldo – Mir ist warm. 
  • Ho paura – Ich habe Angst. 
  • Ho voglia di… – Ich habe Lust auf… 

Für deutschsprachige Lernende ist das zunächst eine kleine Umstellung. Doch mit der Zeit wird es ganz selbstverständlich – und man beginnt, ein bisschen „italienischer“ zu denken. In unseren Kursen in Chianni, mitten in der toskanischen Hügellandschaft, nutzen wir genau solche alltäglichen Ausdrücke, um Grammatik lebendig zu machen. Stell dir einen typischen Vormittag vor: Eine kleine Gruppe sitzt mit Blick auf Olivenbäume und Weinreben zusammen, die Sonne scheint, ihr wiederholt Verben. Plötzlich sagt jemand lachend: „Scusate… ho fame!“ – und alle wissen: Es ist Zeit für eine Pause. Die Lehrerin greift den Moment auf, wiederholt mit der Gruppe avere fame, avere sete, avere sonno und verbindet so Alltagssprache, Grammatik und echte Situationen. Genau das ist der Vorteil, wenn man Italienisch direkt in Italien lernt – Sprache und Leben sind nicht voneinander getrennt. Wer bei uns in der Sprachschule Parole e Profumi di Toscana Italienisch lernt, merkt schnell: Hier geht es nicht nur um Regeln, sondern um die Frage, wie eine Kultur fühlt und spricht. Dass man im Italienischen Hunger, Durst, Angst oder Schlaf „hat“, erzählt viel über diese Kultur – sie nimmt den Körper ernst und vertraut auf die Sinne. Das nächste Mal, wenn du im Italienurlaub oder während deines Sprachkurses merkst, dass dein Magen knurrt, probier es doch auf Italienisch: Ho fame! Mangiamo qualcosa? So beginnt oft nicht nur eine Mahlzeit, sondern auch ein Gespräch – und vielleicht ein kleines Stück neues Leben auf Italienisch. Wenn du Lust hast, Italienisch in der Toskana zu lernen – in einer familiären Atmosphäre, umgeben von Natur, gutem Essen und lebendiger Sprache – freuen wir uns, dich in Chianni willkommen zu heißen.